Internationale Tagung: Philosophische Schriftauslegung: Geschichte eines ungewöhnlichen Projekts

12.04.2018

12. - 14. April 2018

Dekanatsaal der Katholisch-Theologischen Fakultät

Hauptgebäude der Universität Wien, Stiege 8, 2. Stock

Wissenschaftliche Leitung: PD Dr. Martina Roesner, Univ.-Prof. Dr. Ludger Schwienhorst-Schönberger

 

Zum Download:

Im Laufe der Geschichte hat sich das Verhältnis zwischen Exegese und Philosophie in tiefgreifender Weise gewandelt. Die Entwicklung beginnt bei der ausgesprochen philosophieaffinen Schriftauslegung der Patristik, die in der Zeit der aristotelisch geprägten Scholastik von einer wissenschaftstheoretisch bedingten Trennung von systematischer Theologie und Exegese abgelöst wird.

In der Zeit des Humanismus und der Renaissance kommt es durch die Entwicklung neuer, philologisch-textkritischer Methoden zu einer deutlichen Zäsur, die zu einer Verdrängung der Philosophie aus dem Bereich der Exegese führt. Mit Beginn der Aufklärung und ihrer Kritik des christlichen Offenbarungsverständnisses wird die Bibel zu einem menschheitsgeschichtlich interessanten, aber philosophisch ambivalenten historischen Dokument. Diese Entwicklung gipfelt im 19. Jahrhundert unter maßgeblichem Einfluss des Historismus in einer Form der Exegese, die sich als eine rein historische Wissenschaft versteht und von Dogmatik und Philosophie klar absetzt.

Allerdings hat es auch immer wieder Gegenstimmen gegeben, die eine solche strikte Trennung von Exegese und Philosophie kritisch hinterfragt und das Verhältnis dieser beiden Disziplinen neu durchdacht haben. Im Mittelpunkt der Tagung steht die Absicht, die unbefragten philosophischen Voraussetzungen einer sich philosophiefrei wähnenden Exegese zu thematisieren, umgekehrt aber auch das Konzept einer säkularen, vom Phänomen der Schriftoffenbarung unberührten Vernunft kritisch zu hinterfragen.

ReferentInnen:

  • Alfons Fürst (Münster/Jerusalem)
  • P. Augustinus Weber OSB (Niederaltaich/Tettenweis)
  • Karl Grözinger (Potsdam)
  • Thomas Prügl (Wien)
  • Ludger Schwienhorst-Schönberger (Wien)
  • Christian Ströbele (Tübingen)
  • Alessandra Beccarisi (Lecce)
  • Peter Walter (Freiburg)
  • Notger Slenczka (Berlin)
  • Christopher Arnold (München)
  • Martina Roesner (Wien)
  • Ulrich Körtner (Wien)
  • Tobias Mayer (Wien)

Veranstalter:
Katholisch-Theologische Fakultät
Institut für Bibelwissenschaft
In Kooperation mit: FWF Der Wissenschaftsfonds