Die "Wiener Schule": Schriftauslegung und Seelsorge im spätmittelalterlichen Österreich

Die besondere Ausrichtung des FSP an scholastischer, d.h. akademisch konzipierter Theologie im Kontext des mittelalterlichen Schulbetriebs, an der Schriftauslegung im besonderen, will in nächster Zukunft insbesondere den süddeutsch-österreichischen Raum im 14. und 15. Jahrhundert zum Gegenstand einiger Forschungen erheben. Die Gründung der Wiener Universität 1365 und die Errichtung der theologischen Fakultät im Jahr 1384, die beide Male auf die Initiative der Herzöge Rudolf und Albrecht zurückgingen, veränderte nicht nur die kulturellle Landschaft Österreichs im späten Mittelalter, sondern machte Wien zu einem europäischen Zentrum der Theologie und der Kirchenreform. Der FSP will insbesondere den Beitrag der ersten beiden Generationen der Wiener theologischen Fakultät näher untersuchen. Als erstes Ziel ist die Sichtung und Edition der großen Schriftkommentare des Heinrich von Langenstein und des Heinrich Totting von Oyta anvisiert, verbunden mit einer Untersuchung der magistralen Bibelkommentare aus dem Wiener Umfeld an der Schwelle vom 14. zum 15. Jahrhundert.

Projektbetreiber: Univ.-Prof. Dr. Thomas Prügl ⁄ E-Mail