Habilitationsprojekt:
Pater Dr. Martin Mayerhofer FSO

(Universitätsseelsorger - Link zur Katholischen Hochschulgemeinde Wien)

Die Paulusinterpretation von der Spätantike bis zur frühen Neuzeit untersucht am Beispiel der Kommentare zum Epheserbrief (Arbeitstitel)

Neben dem Psalter war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit das Corpus Paulinum der am meisten kommentierte Teil der Sacra Pagina. Einschlägigen Studien über mittelalterliche Bibelexegese berücksichtigen die Paulusexegese jedoch nur am Rande. In ihrem Mittelpunkt steht vor allem das Interesse an der allegorischen Schriftauslegung, die Paulusbriefe sind dagegen bereits selbst Interpretation der Schrift. Das beinahe vollständige Fehlen von kritischen Ausgaben und die vielen noch nicht edierten Handschriften belegen die geringe Aufmerksamkeit der Forschung.

Die Pauluskommentare sind unter vielfältiger Rücksicht bedeutsam, da sie nicht nur die exegetische Methode des Kommentators offenbaren. Sie gleichen vielmehr einem Fenster, welches es dem Leser ermöglicht einen Blick in die jeweilige geschichtliche Epoche hinein zu werfen und gleichsam Augenzeuge ihres theologischen Ringens, ihrer kulturellen  und spirituellen Ausprägung und nicht zuletzt ihres Paulusbildes zu werden.

Die methodisch notwendige Eingrenzung des Themas führte zur Wahl des Epheserbriefes. Die paulinische Ekklesiologie, die der Brief entfaltet, erlaubt es, das Kirchenbild der Ausleger in ihren Kommentaren nachzuzeichnen.

Die Arbeit versteht sich als Beitrag zur Erforschung der kommentierenden Rezeption der Paulusbriefe unter besonderer Berücksichtigung der exegetischen und ekklesiologischen Entwicklung.